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Homöopathie

Unter den vielen Therapiemöglichkeiten wird häufig auch die Homöopathie , insbesondere die Bach-Blütentherapie genutzt. Wir möchten diesen Aspekt der Krankheitsbehandlung im Folgenden kritisch untersuchen. Die Frage, ob diese Mittel in der Veterinärmedizin sinnvoll sind steht dabei besonders im Vordergrund.

©pixabayUki_71

Die klassische Homöopathie
wurde durch Samuel Hahnemann begründet. Er hat den Grundsatz „Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“ (Ähnlichkeitsprinzip) aufgestellt. Es werden Substanzen genutzt, von denen bekannt ist oder vermutet wird, dass sie ähnliche Symptome bei einem gesunden Menschen hervorrufen würden. Diese Substanzen werden stark verdünnt verabreicht, wobei die Verdünnung meist über die „Potenzierung“ erfolgt, kombiniert mit Schüttelschlägen welche die Arzneiwirkung der Ursubstanz auf die Trägersubstanz (Wasser, Alkohol) übertragen sollen. Am Häufigsten werden C-Potenzen z.B. der Kent-Reihe (C6, C12, C30, C200,…) verwendet. Diese weisen eine Verdünnung von 1:100 pro Potenzierungsvorgang auf, die Zahl hinter dem C gibt die Anzahl der Verdünnungsvorgänge an. Eine C6-Verdünnung bedeutet also, dass die Substanz sechs mal 1:100 verdünnt wird. Somit ist eine Wirkung aufgrund der chemischen Ausgangsstoffe unwahrscheinlich. (D-Potenzen verdünnen 1:10, Q-Potenzen 1:50.000) Analogie: Nach diesem Grundsatz könnte man die folgerichtige Theorie aufstellen, dass zum Beispiel eine enorm verdünnte Kohlsuppe gegen Blähungen hilft. Die Mittel werden neben der flüssigen Form auch in Tabletten und Globulis verarbeitet.

Nach dem Grundsatz der Lebenskraft
wird eine Krankheit in der Gesamtheit ihrer Symptome gesehen. Die Heilung basiert nicht auf der Ursachensuche, sondern nimmt die Krankheit als eine Veränderung der den Menschen belebenden Kraft wahr.

Die homöopathische Arzneimittelprüfung
ist nicht mit der Arzneimittelprüfung nach dem Arzneimittelgesetz vergleichbar. Sie basiert darauf Symptome zu beobachten, die bei einem gesunden Menschen verursacht werden. Es wird also nicht die erwartete Wirksamkeit überprüft.

Die Veterinärhomöopathie
Die Homöopathie umfasst viele Teilgebiete, die nicht selten miteinander in Konkurrenz stehen und thematisch weit auseinander gehen. Fakt ist, dass die Homöopathie im deutschsprachigen Raum weit verbreitet ist und in allen Gebieten eingesetzt wird. So auch in der Veterinärmedizin. Aufgrund der oftmals willkürlich anmutenden Wahl der Wirkungssubstanzen und der enormen Verdünnung der Ausgangsstoffe wird die Homöopathie heftig kritisiert. Es gibt bis heute keinen belastbaren Nachweis für eine Wirksamkeit die über den Placeboeffekt hinausgeht. Befürworter der Homöopathie bestreiten dies und wissen häufig nur von positiver Wirkung zu berichten. Dabei handelt es sich fast immer um Einzelfälle oder Selbsttests. Doppelstudien, mit einer Kontrollgruppe, die Placebos erhält, konnten nicht bestätigen, dass Homöopathie stärker wirkt als Placebos. Nur selten hört man von Befürwortern anderes als Erfolgsgeschichten, was ja auch in der klassischen Schulmedizin ein schlichter Fakt ist - Medikamente können auch unwirksam sein.

Nach dem klassischen Atommodell ist ein Stoff nicht unendlich teilbar - Verdünnungen von 1:10hoch24 enthalten statistisch gesehen nur ein einziges Molekül der Ausgangssubstanz (Stichwort Avogadrozahl: Anzahl der Atome/Moleküle in einem Mol). „Das entspricht ungefähr dem Auflösen einer Kopfschmerztablette im Atlantik.“ [Wikipedia] Diese Verdünnungen entsprechen z.B. D24, C12 und Q4. Eine umfangreichere Kritik der Homöopathie finden sie im entsprechenden Wikipedia-Artikel. Fazit für uns ist, dass die Wirkung hauptsächlich auf Suggestion und Autosuggestion beruht. Tiere können nicht daran glauben, folglich ist Homöopathie in der Veterinärmedizin nicht medizinisch sinnvoll. Als begleitende Therapie kann man sie einsetzen, aber Ihnen sollte bewusst sein, dass sie keinesfalls eine Behandlung durch den vogelkundigen Tierarzt ersetzt! Der Verzicht auf eine tierärztliche Behandlung oder die Verzögerung der Behandlung durch den vorherigen Versuch mit homöopathischen Mitteln kann lebensgefährlich werden.

Für Vögel wird besonders häufig die Bachblütentherapie eingesetzt, welche die negativen Seelenzustände harmonisieren soll. Es gibt in diesem Bereich Produkte, die extra für den Gebrauch an Tieren hergestellt werden. Diese enthalten (hoffentlich) keinen Alkohol, beruhen aber auf den gleichen Grundlagen.

Text: Jana Rückschloss

krankheiten/homoeopathie.txt · Zuletzt geändert: 2023.04.16 17:05 von daniela

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